Verfasst vom Plenthera-Team (orthomolekular geschult). Wissenschaftlich geprüft im April 2026. Zuletzt aktualisiert: 18. September 2026.
Lipase ist das Enzym, das Fette spaltet – gebildet in der Bauchspeicheldrüse, mit Galle aus der Gallenblase als Hilfsstoff. Für alle, die ohne Gallenblase leben (nach Cholezystektomie), fettreiche Mahlzeiten schlecht verdauen oder im Alter weniger eigene Enzyme bilden, kann eine Lipase-Supplementierung sinnvoll sein. Bei Plenthera finden Sie Lipase als reinen mikrobiellen Lipase-Blend (Lipagest) und als Bestandteil von Breitband-Enzymkomplexen.
Welche Lipase passt zu Ihnen?
| Form | Am besten für |
|---|---|
| Reiner Lipase-Blend (Lipagest) | Gezielt für die Fettverdauung, fettreiche Mahlzeiten, nach Gallenblasenoperation |
| Lipase im Enzymkomplex | Breite Verdauung (Protein, Fett, Kohlenhydrate) |
| Lipase + Gallensalze (anderswo auf dem Markt) | Alle, die nach Gallenblasenentfernung auch Gallensalze ergänzen möchten |
Was ist Lipase?
Lipase ist ein Enzym, das Triglyceride (Fett) in Fettsäuren und Glycerin spaltet. Gebildet von der Bauchspeicheldrüse, mit Gallensalzen als Cofaktor. In Supplements: mikrobiell (Aspergillus, Rhizopus, Candida rugosa) oder tierisch (Pankreatin).
Lipase arbeitet anders als Amylase oder Protease – sie braucht Gallensalze, um Fett wirksam zu emulgieren und zu spalten. Galle wird von der Leber gebildet, in der Gallenblase gespeichert und bei fettreichen Mahlzeiten in den Dünndarm abgegeben. Bei Menschen ohne Gallenblase (nach Cholezystektomie) ist die Gallenabgabe weniger reguliert, wodurch die Fettverdauung stocken kann – ein Lipase-Supplement kann dann praktisch sinnvoll sein.
Weitere Situationen, in denen eine Lipase-Supplementierung naheliegt: Alter (verringerte eigene Produktion der Bauchspeicheldrüse), Probleme der Bauchspeicheldrüse (ärztlich begleitet), schwere fettreiche Mahlzeiten (gelegentlich), nach Magenbypass-Operationen. Für gesunde Anwender mit intakter Gallenblase und Bauchspeicheldrüse: meist nicht nötig.
Was sagt die Wissenschaft zu Lipase?
Klinisch ist die Lipase-Supplementierung bei Pankreasinsuffizienz gut belegt – dort wird Pankreatin als Arzneimittel verschrieben. Für gesunde Anwender ist die Evidenz begrenzt: Der Mechanismus (Spaltung von Triglyceriden im Dünndarm) ist klar, aber große klinische Studien bei allgemeinen Verdauungsbeschwerden fehlen. Die Lipase-Aktivität wird in FIP-Einheiten (Fédération Internationale Pharmaceutique) oder FCC LU angegeben; vergleichen Sie Produkte nach dieser Aktivität, nicht nach Milligramm.
Die Lipase-Formen bei Plenthera
Lipagest – Arthur Andrew Medical (90 und 180 Kapseln)
Reiner Lipase-Blend mit 20.000 FIP (50.000 FCC LU) pro Kapsel, zusammengesetzt aus drei mikrobiellen Lipasen (Aspergillus oryzae, Rhizopus oryzae und Candida rugosa), die zusammen einen breiten pH-Bereich abdecken. Pflanzliche Cellulosekapsel, vegan. Zur Mahlzeit einzunehmen.
Lipase in einem Enzymkomplex
Bestandteil von Breitband-Formeln wie Devigest ADS (Arthur Andrew Medical) und Doctor's Best Digestive Enzymes (16 Enzyme). Für alle, die Proteine, Fette und Kohlenhydrate in einer Kapsel abdecken möchten. Sehen Sie auch unsere Kategorie Verdauungsenzyme.
Weitere Formen auf dem Markt
Lipase kombiniert mit Gallensalzen (Ochsengalle) und tierisches Pankreatin. Diese sind derzeit nicht in unserem Sortiment; Pankreatin in hoher Dosierung ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel.
Wie wenden Sie Lipase an?
Einfacher Basis-Ansatz für Lipase:
- Nehmen Sie sie zu einer fettreichen Mahlzeit oder nach einer Gallenblasenoperation.
- Standard 1–2 Kapseln zur Mahlzeit, nach Etikett.
- Nach Gallenblasenentfernung: Rücksprache mit Ihrem Arzt, eventuell ergänzt um Gallensalze.
- Im medizinischen Kontext (Bauchspeicheldrüse): Pankreatin, ärztlich begleitet.
Mythen und Missverständnisse über Lipase
Mythos 1: „Lipase hilft beim Abnehmen.“
Falsch – Lipase verdaut Fett, sie „verbrennt“ es nicht. Kein Schlankheitseffekt.
Mythos 2: „Jeder ohne Gallenblase braucht Lipase.“
Viele Menschen passen sich nach einer Gallenblasenoperation ohne Supplementierung an. Bei hartnäckigen Beschwerden nach fettreichen Mahlzeiten: dann Lipase erwägen, in Absprache mit dem Arzt.
Mythos 3: „Lipase wirkt ohne Gallensalze.“
Nur begrenzt – Gallensalze sind der Cofaktor. Für eine gute Fettverdauung ist Galle nötig, aus dem Körper oder als Supplement.
Lipase mit anderen Supplements kombinieren
Lipase wird häufig kombiniert. Beliebte Kombinationen:
- Gallensalze (Ochsengalle): für alle, die ohne Gallenblase leben.
- Verdauungsenzym-Komplex: breite Abdeckung.
- Cholin: Cholin trägt zu einem normalen Fettstoffwechsel bei.
- Lebende Kulturen: Darm-Thema.
Häufige Fragen
Was ist Lipase?
Enzym, das Fett (Triglyceride) spaltet.
Wann Lipase einnehmen?
Zu einer fettreichen Mahlzeit.
Lipase nach Gallenblasenoperation?
Kann praktisch sinnvoll sein. Rücksprache mit Ihrem Arzt, eventuell mit Gallensalzen.
Wie viel Lipase pro Tag?
Folgen Sie dem Etikett – typisch 1–2 Kapseln zur Mahlzeit.
Was bedeutet FIP bei Lipase?
Einheit für die Lipase-Aktivität (Fédération Internationale Pharmaceutique); FCC LU ist eine weitere gebräuchliche Einheit. Lipagest liefert 20.000 FIP pro Kapsel.
Vegane Lipase?
Mikrobiell (wie Lipagest): ja. Tierisch (Pankreatin): nein.
Hat Lipase Nebenwirkungen?
In der Regel gut verträglich.
Mikrobielle vs. tierische Lipase?
Mikrobiell (Aspergillus, Rhizopus): vegan, aktiv über einen breiteren pH-Bereich. Pankreatin: tierisch, der klinische Standard bei Pankreasinsuffizienz.
Lipase zum Abnehmen?
Kein Schlankheitseffekt – verdaut nur Fett.
Quellen
- Verordnung (EU) 432/2012 – Liste der zugelassenen gesundheitsbezogenen Angaben (u. a. Cholin und Fettstoffwechsel).
- Roxas M., "The role of enzyme supplementation in digestive disorders", Altern Med Rev (2008).
- Ianiro G. et al., "Digestive enzyme supplementation in gastrointestinal diseases", Curr Drug Metab (2016).
Haftungsausschluss: Dieser Text dient ausschließlich Informationszwecken und ersetzt keine medizinische Beratung. Lipase ist ein Nahrungsergänzungsmittel, kein Arzneimittel. Im Zweifel oder bei Einnahme von Medikamenten empfehlen wir, zuerst einen Arzt oder orthomolekularen Therapeuten zu konsultieren.
